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Was ist eine Studentenverbindung?

 

Das System unserer Studentenverbindung funktioniert in groben Zügen wie folgt:

Studenten bekommen die Möglichkeit während des Studiums günstig zu wohnen, Ausflüge zu machen, Veranstaltungen zu organisieren und anderes mehr. Finanziert werden diese Vorteile durch die Mitgliedsbeiträge der Alten Herren. Alte Herren sind die, die ihr Studium beendet haben und bereits arbeiten. Die Studenten werden nach ihrem Studium auch zu zahlenden Mitgliedern.

Wer jetzt nachrechnet und sagt, dass man nach einigen Jahren mehr zahlt, als man in Anspruch genommen hat, kann damit Recht haben. Es geht zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr ums Geld! Es wird davon ausgegangen, dass einem die Verbindung im Laufe der Jahre ans Herz wächst und man denn Mitgliedsbeitrag gerne zahlt. Damit erhält man nicht nur die Studentenverbindung am Leben - man ermöglicht damit auch zukünftig jungen Studenten diese Vorzüge. Man nennt das auch das Lebensbundprinzip.

 


...was uns von anderen Verbindungen unterscheidet:

 

  • Wir sind keine konservative Verbindung – das verbürgt schon die gleichberechtigte Mitwirkung der jungen Generation. Die Verbindung selbst ist politisch und religiös neutral. Das heißt aber nicht, daß ihre Mitglieder indifferent wären; viele sind privat in verschiedenen politischen und religiösen Feldern engagiert.
  • Wir sind nicht ein getrennter "Altherrenverein" und eine "Verbindung der Aktivitas" sondern "Alte" und Aktive sind gleichberechtigte und verpflichtete Mitglieder der Verbindung. Im Bundesconvent, der die wichtigen Entscheidungen fällt, haben alle gleiches Stimmrecht.
  • Bei uns sind Studentinnen nicht nur schmückende Zutat oder Objekt, über das man mehr oder weniger anzügliche Späße macht, sondern gleich geachtet, gleich fähig und gleich aktiv wie die Studenten auch - und eine wesentliche Bereicherung des Betriebes.
  • Wir legen keinen Wert auf "Herrenwitze" und bierseliges Gegröle, wohl aber auf geistreiche Rededuelle und Veranstaltungen, die über das gesellige Zusammensein hinaus nützliche Informationen und interessante Diskussionen oder kuenstlerische Erlebnisse bringen.
  • Wir haben keinen Komment, der zum unmäßigen Biergenuß aufruft und das Zusammensein völlig in formalistische Abläufe fesselt. Wir halten uns an Formen, soweit sie für das Zusammensein und Zusammenleben förderlich sind, und lassen jedem die Freiheit, die er braucht.
  • Wir haben in unseren "Grundsätzen" unsere Lebenslinie festgehalten. Wer in die Verbindung eintritt, muß sich mit Unterschrift verpflichten, sich daran zu halten.
  • Wir verwenden keine äußeren Kennzeichen wie Fahnen, Uniformen oder Bändern. Sie können dazu verleiten, durch Betonung dieser Äußerlichkeiten ein Genüge im Ausdruck der Gemeinsamkeit zu finden. Das Zusammengehören soll ohne solche Hilfen die Gemeinschaft prägen. Unser Zirkel soll als Sinnbild genügen.


Von Friedrich Schweikhardt (Ehrenvorsitzender)

Akademische Verbindung Leibniz - AVL
22. September 2017 - 10:09